Thomas Knoth im Viertelfinale – Boccia Europa Cup in Norwegen

25. November 2011 | Von | Kategorie: Aktuelles

Neben Manuel Wolfsteiner aus München vertrat Thomas Knoth die deutschen Farben beim Boccia Europa Cup in Hamar/Norwegen Ende Oktober. Das Turnier war das zweitbedeutendste internationale Turnier des Jahres mit 59 Startern aus 17 Ländern.

Für Thomas Knoth war es das erste internationale Turnier im paralympischen Boccia im Einzelwettbewerb. Der frischgebackene Deutsche Meister der Rampenspieler erwischte gleich einen fulminanten Start und ging gegen den portugiesischen Paar-Europameister und Weltranglisten 9. Armando Costa nach der 1. Runde mit 5:0 in Führung. Nach 5:2, gelang ihm auch bei seinem zweiten kurzen Anspiel eine tolle Runde zum 8:2. Dann wurde es doch nochmal eng, aber es reichte zum unerwarteten 8:7 Sieg. Gegen den jungen Russen Aleksander Legostaev entwickelte sich ein äußerst spannendes Spiel, bei dem die Führung bis zum letzten Ball ständig wechselte. Nach 2:0, 2:3, 4:3, hieß es am Ende leider 4:5 gegen den Deutschen. In der Fünfergruppe kam als nächster Gegner, der noch ungeschlagene Schwede Christoffer Haghdaal. Es wurde ebenfalls ein spannendes Spiel. 0:2 hieß es durch 2 unglückliche Strafbälle gegen den Deutschen, danach 0:3, 1:3. Die Strafbälle gab es, weil bei dem diffizilen Ball Anspielen von Thomas Knoth über einen Zeigestab (Millimetersache) seine ansonsten hervorragende Assistentin Doris Heinlein aus Versehen den Ball als letzte berührte. In der letzten Runde führte der Kreuznacher nach seinem letzten Ball durch mutiges Weiterdrücken des Zielballs zu seinen Bällen plötzlich mit 3:0, was zum Sieg gereicht hätte. Doch der Schwede konnte nochmals grandios kontern und gewann letztlich mit 5:1. Im 4. Gruppenspiel lieferte Thoms Knoth nochmals eine konzentrierte Leistung ab und besiegte Jari Rummukainen aus Finnland letztlich ungefährdet mit 5:1, wonach alle mitgereisten Deutschen riesig jubelten. Bundestrainer Jürgen Erdmann-Feix hatte schon gerechnet únd wusste, dass er dank eines besseren Ballverhältnisses in der ausgeglichenen Gruppe tatsächlich noch Zweiter geworden war. Im Viertelfinale traf er jedoch auf den haushohen Turnierfavoriten, den Weltranglisten 2. Grigoris Polychronidis, Griechenland, den vielfachen Medaillengewinner bei großenTurnieren. Der hatte seine Vorrunde mit sage und schreibe 60:2 Bällen abgeschlossen. Zwei Runden verlor Thomas Knoth mit 0:1, am Ende mit 0:8. Kein BC 3 Spieler erzielte ein besseres Ergebnis gegen den Turniersieger dieser Klasse. Für die Endplatzierung der Plätze 5-8 werden die Ergebnisse des Viertelfinals gewertet. Da blieb mit dem 0:8 „nur“ Platz 8.

Für den erst 21 Jahre jungen Manuel Wolfsteiner war es das erste internationale Turnier überhaupt. Im 1. Spiel seiner Vierergruppe musste er gegen den erfahrenen Norweger John Norsterud auf das Spielfeld. Hier musste er beim 0:9 doch noch etwas Lehrgeld bezahlen. Er ließ sich aber nicht nervös machen und konnte in den nächsten Spielen öfters sein Talent und Können aufblitzen lassen. Er gewann jeweils zwei von vier Runden in den weiteren Gruppenspielen, musste sich aber letztlich zweimal mit 2:6 geschlagen geben. Cristina Ganzalvez und Abilio Valente aus Portugal, der zweitstärksten Boccia-Nation der Welt, waren seine Gegner in der Vierergruppe der Vorrunde. Gegen den Portugiesen ging er erfreulicherweise 2:0 in Führung In den nächsten Runden kam es zum 2:1, 2:2. In der letzten Runde legte er sich mit seinem letzten Ball direkt neben den Jack. Doch der Portugiese hatte eine Lücke und konnte den Ball gleich mit dem ersten von vier Restbällen wegschießen. Dann gelang ihm auch noch alle anderen Bälle zum 4:0 in dieser Runde zu platzieren. Das Abschneiden war für den Münchner ein akzeptabler, guter Start in der Boccia Nationalmannschaft.

Vor allem die Art und Weise und die Ergebnisse sind vielversprechend für die beiden Bocciaspieler, ihre Assistenten, den Bundestrainer und die Weiterentwicklung von „Boccia Germany“. In der Weltrangliste werden nun zwei weitere deutsche Boccia Athleten geführt.

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