Durchwachsen in Madrid – Boccia-Weltranglistenturnier in Spanien

4. April 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles

Die Bad Kreuznacher Boccia-Rampenspieler, Petra Benharkat und Thomas Knoth, beide Sportfreunde Diakonie e.V., spielten bei den in der Karwoche Ende März stattgefundenen Regional Open Madrid erstmals gleichzeitig als BC3-Nationalmannschafts-Paar. Eine Ende letzten Jahres vorgenommene Regeländerung macht es möglich. Ihr BC3-Nationalmannschaftskollege, Ilker Icöz (TSV Markgröningen) weilte zur gleichen Zeit, als Teil einer Abordnung des übrigen Nationalteams, zu einem gemeinsamen, von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Saarbrücken mitinitiierten Trainingslager mit dem japanischen Team im Land der aufgehenden Sonne.

.l.n.r.: Thomas Knoth, Stefanie Burgard, Doris Heinlein, Gabor Morvai, Petra Benharkat, Daniel Glaß.

Den sich selbst gesteckten hohen Erwartungen, angesichts der vielen gemeinsamen Trainingsstunden seit Jahresbeginn, konnten beide BC3-Spieler jedoch nur bedingt gerecht werden. Trotz des für ein Regional Open mehr als hochkarätig besetzten Teilnehmerfeldes, war eindeutig mehr drin.

In der Vorrunde im Einzel mit zwei denkbar knappen Niederlagen gegen Pieter Cilissen mit 2:3 (WRL 25, lange Jahre unter den Top Ten) bei noch vier (!) Restbällen für den deutschen Boccia-Crack in der letzten Runde und gegen den Topbriten Patrick Wilson mit 2:2 nach Tie-Break-Niederlage (WRL 10, Stütze des amtierenden BC3-Vize-Europameisters) sowie den, wenn auch leicht zittrig errungenen, 3:1-Pflichtsieg gegen Elisabeth Wilhelmsen (NOR, WRL 126) war Knoth spielerisch gut aufgelegt, auch wenn das nur um 1 Punkt verpasste Viertelfinale schmerzte. Endplatzierung im Einzel: 9. Rang.

Benharkat gelang die Längenumstellung mit ihren Bällen von ihrem heimisch gewohnten Kunststoffboden auf den nicht überall ganz ebenen madrilenischen Parkettboden nur bedingt. Ihr gewohntes Potential im langen Spiel konnte sie daher bei ihren ersten Vorrundenspielen im Einzel nicht so oft und erst gegen Ende der Vorrunde etwas besser abrufen. Gegen Veronica Pamies (ESP, WRL neu) mit 2:3, Avelino Andrade (POR, WRL 27) mit 1:8 und Jamie McCowan (GB, WRL 4) mit 1:11, war so kein Kraut gewachsen. Etwas Versöhnen konnte da das 4:2 gegen Eunice Raimundo (POR, WRL neu). Endplatzierung im Einzel: 16. Rang.

Durchwachsen – zumindest für Thomas Knoth – ging es dann im Paar weiter. Dort „verhaute“ er in den beiden ersten Spielen gegen Belgien und Portugal jeweils „seinen“ Anwurf/Nachwurf. Der 1. Fehler – Nachwurf ins Aus – blieb gegen Belgien noch ohne Folgen: die Runde ging mit 2:0 an das deutsche Paar, hier war durchaus sogar ein 4:0 drin. Aufgrund kleinerer taktischer Fehler ging das Spiel gegen Belgien schließlich mit 2:5 verloren. Der 2. Fehler – Jack im Aus – wurde von Portugal aber mit einer 5:0-Runde bestraft. Die drei folgenden Runden gegen Portugal waren dann ausgeglichen, sogar mit leichter Tendenz für Deutschland. Vor dem letzten Ball von Benharkat/Knoth in der 4. Runde stand es für sie 4:6. Das Alles oder Nichts zum Sieg reichte dann nicht mehr – Endstand: 2:6. Seine Paar-Partnerin Petra Benharkat lieferte eine ansprechende Leistung ab und fuhr durch den letzten Ball im umkämpften Spiel gegen Norwegen, für den insgesamt nur noch 24 Sekunden Spielzeit zur Verfügung standen, den 3:2-Sieg ein. Respekt! Endplatzierung im Paar: 6. Rang.

Nicht nur der Paarwettbewerb war teileweise durchwachsen, auch die kalte Halle, das stürmisch-kühl/kalte Wetter sowie die Verpflegung waren es ebenso, obwohl sich der Ausrichter sicherlich nach Kräften bemühte.

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